Brandschutz

 

Brandschutzerziehung fängt bei den Kleinsten an

Regelmäßig werden die Einrichtungen der Feuerwehr von Schulen oder Kindergärten besucht. Die Kinder staunen über die roten Autos und klatschen begeistert in die Hände, wenn das Martinshorn seine Lautstärke demonstriert. Sie erfahren viel über die Arbeit eines Feuerwehrmannes und ihnen wird die Funktionsweise eines Spreizers erklärt. Für die Kinder ist der Besuch einer Feuerwehr wirklich sehr interessant. Eltern, Lehrer und Erzieher klopfen sich gegenseitig auf die Schulter und sind überzeugt, dass sie alles für die Brandschutzerziehung ihrer Kinder getan haben.




- Doch leider ist das keine Brandschutzerziehung -

Der Besuch einer Feuerwehr kann im Rahmen einer Brandschutzerziehung zwar sehr hilfreich sein, aber das reicht bei weitem nicht aus, Kindern den Umgang mit Feuer zu erlernen. Feuer bestimmt unsere Zivilisation. Kinder müssen lernen mit dieser chemischer Reaktion, die sie tagtäglich antreffen, richtig umzugehen. Allgemeine Verbote sind wenig sinnvoll. Dadurch werden Kinder vom Feuer permanent abgeschirmt und können keine eigenen Erfahrungen damit machen. Natürlich kann man ein unkontrolliertes Zündeln nicht zulassen. Aber unter Aufsicht muss den Kindern eine Gelegenheit gegeben werden, ihre natürliche Neugier im Bezug auf das Feuer auszuleben. Dabei können sie Erfahrungen sammeln, die helfen bestimmte Situationen mit Feuer richtig einzuschätzen.

Wir sind Angehörige einer Feuerwehr und keine Pädagogen... - aber unserer Erfahrung nach sollte die Brandschutzerziehung in 3 Themen gegliedert werden:

 

1. Feuer - was ist Feuer
- wie nutzen wir das Feuer
- Gefahren eines Feuers
2. Brände verhindern - was ist ein Brand
- wie breitet sich ein Brand aus
- wo und wie kann ein Brand entstehen
3. Verhalten während eines Brandes - allgemeines Verhalten
- Verhalten bei einem Brand vor dem Zimmer
- Verhalten bei einem Brand im Zimmer

 


Ziele der Brandschutzerziehung

• Wir wollen verhindern, dass Kinder durch Feuer und Rauch verletzt oder sogar getötet werden.
• Schäden der durch Kinder verursachten Brände können durch Kenntnisse des Umgangs mit Feuer, der Brandgefahr und des Verhaltens bei Bränden reduziert werden.
• Kinder und Feuerwehr sollen zu einem gegenseitigen Vertrauensverhältnis finden.
• Bei Kindern soll das Brandschutzbewusstsein und die Aufgeschlossenheit gegenüber dem vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz geweckt werden.

Ablauf einer Brandschutzerziehung

Vorbereitung:
Eine Brandschutzerziehung muss, genau wie eine Unterrichtsstunde, im Voraus geplant und methodisch aufgebaut werden, wenn sie einen erzieherischen Effekt haben soll. Der theoretische Teil sollte einen Zeitrahmen von 45 min nicht überschreiten. Dagegen kann der praktische Teil, je nach den vorhandenen Möglichkeiten, durchaus länger sein.
Das Alter der Kinder muss ebenfalls in die Vorbereitung einfließen. Gemischte Altersgruppen sollten wenn möglich vermieden werden, um eine Überforderung bzw. Unterforderung einzelner Kinder zu verhindern. Als Zielgruppe sollten Kinder im Alter von 4 - 10 Jahren ausgewählt werden. Kinder dieser Altersgruppe gelten, aus der Sicht des Brandschutzes, als Risikogruppe und sind besonders gefährdet. Der Durchführende der Brandschutzerziehung muss nicht unbedingt ein Feuerwehrmann sein. Aber es ist natürlich von Vorteil, wenn ein Profi in Uniform über Ereignisse aus seinem täglichen Dienst berichten kann und diese in den zu vermittelnden Inhalt einfügt.

Auch für den praktischen Teil ist es günstig wenn dieser von einem erfahrenen Feuerwehrmann durchgeführt wird. Dieser kann die notwendigen Genehmigungen beantragen und die praktischen Maßnahmen vorbereiten und überwachen.

Theoretischer Teil:

Der Inhalt des theoretischen Teils der Brandschutzerziehung hängt natürlich vom Alter der Kinder und dem jeweiligen Thema ab. Das Ziel ist es, den Kindern den Umgang mit Feuer zu erlernen - nicht zu verbieten. Es hat sich als günstig erwiesen, dass in der Einleitung auch über die Konsequenzen eines heimlichen Zündelns gesprochen wird. Dabei zeigen wir ein halbverbranntes Plüschtier, was einem Kind gehörte, dass bei einem von ihm verursachten Brand ums Leben gekommen ist.
Innerhalb der theoretischen Brandschutzerziehung müssen die Kinder lernen, dass Feuer zu unserer Welt gehört und dass beim Umgang damit
bestimmte Grundsätze eingehalten werden müssen. Einer dieser Grundsätze lautet: Spiele niemals heimlich mit Feuer! Je nach Alter können zur Auflockerung einige Übungen in den theoretischen Teil eingefügt werden. Beim Anzünden von Kerzen mit Streichhölzern können Grundsätze (Standort, nicht brennbare Unterlagen usw.) praktisch geübt werden. Nachdem man die Verhaltensregeln während eines Brandes vor dem Zimmer theoretisch erläutert hat, sollten diese Regeln gleich im Anschluss trainiert werden. Das lockert auf und festigt gleichzeitig die Fähigkeiten der Kinder, sich während eines Brandes richtig zu verhalten. Nach Absprache mit der Leitstelle einer Feuerwehr kann auch das Verhalten während eines Notrufes (112) trainiert werden.



Natürlich muss der theoretische Teil mit einer spielerischen Erfolgskontrolle abgeschlossen werden. Die Wissensüberprüfung kann in Form eines Quiz oder aber durch eine praktische Übung erfolgen. Urkunden und Abzeichen sind ein unbedingtes Muss. Diese bestätigen den Kindern, etwas Wichtiges gelernt zu haben.


Praktischer Teil:

Der praktische Teil einer Brandschutzerziehung sollte den Kindern eine Gelegenheit geben, Erfahrungen im Umgang mit Feuer zu sammeln.Die Demonstration von Fehlern (z.B. die Verwendung von Benzin) kann nur von einer Fachperson vorgeführt werden. Es hat sich gezeigt, dass derartige praktische Vorführungen für den der Kinder besonders effektiv sind. Die Brandschutzerziehung muss im Elternhaus, Kindergarten sowie in den Grundschulen zu einem wichtigen Bestandteil werden. Denn es sterben jedes Jahr Kinder, die aus Unwissenheit Brände verursachen. Natürlich kann auch die umfangreichste Brandschutzerziehung nicht alle
Brände verhindern. Es wird weiterhin Brände geben, die durch die Neugier von Kindern verursacht werden. Aber bei Kindern, die an einer umfassenden Brandschutzerziehung teilgenommen haben, ist das Risiko geringer. Denn sie wissen, was beim Zündeln passieren kann und werden sich zum großen Teil entsprechend verhalten.

Wenn man mit dieser Aktion nur einen einzigen durch Kinder verursachten Brand verhindern kann, hat sich die Mühe gelohnt!

Für die Schüler ab der 6. Klasse und deren Lehrer werden auch Räumungsübungen in einem Seminar angeboten. Nicht nur für die Kinder der Schulen und Kindergärten in Bruchsal wird die Brandschutzerziehung durchgeführt, sonder auch den Erzieher und Lehrer wird der richtige Umgang mit Feuerlöschern und das richtige Verhalten in einem Brandfall in Unterricht und Praxis näher gebracht. Mittlerweile bekommt unsere Abteilung Brandschutzerziehung immer mehr Anfragen auch von Firmen in denen eine Brandschutzerziehung für Azubis bzw. Beschäftigten durchgeführt werden soll. Diese werden in der Feuerwache oder sogar in den Betrieben vor Ort durchgeführt.

Die Auszubildenden der Stadt Bruchsal nach der erfolgreichen Ausbildung der Brandschutzerziehung

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